Vom 28. bis 30. September 2026 nahm das „Mehr als vier Wände“-Team an der Konferenz des Netzwerks Fluchtforschung an der Universität Hildesheim teil.
Im Rahmen des Panels „Gestalten trotz Knappheit und Restriktionen: Wie können Kommunen, Zivilgesellschaft und Wissenschaft lokale Spielräume in der Unterbringung Geflüchteter nutzen?“ stellte Sonja Reinhold den in unserem Projekt verwendeten Ansatz der wertebasierten und wirkungsorientierten Begleitforschung vor und gab erste Einblicke in die laufende Forschung. Diese verfolgt das Ziel, sämtliche Projektaktivitäten hinsichtlich der Erreichung der anfangs gesetzten Ziele zu untersuchen und die Wirkung von neuen Ansätzen – für die Bewohnenden, die Gemeinschaft vor Ort und für die kommunale Verwaltung – im Blick zu haben. So kann die Begleitforschung dabei unterstützen, dass kommunale Akteure Handlungsspielräume erkennen, partizipativ nutzen und Veränderungsprozesse trotz oftmals begrenzter Ressourcen im Bereich der Unterbringung Geflüchteter anstoßen.
Im gemeinsamen Panel zeigte Philipp Piechura (HafenCity Universität Hamburg) anhand einer qualitativ-ethnografischen Studie, wie „hybride“ Unterbringungsprojekte – das heißt Mischformen zwischen klassischer Unterbringung und Wohnen – soziale Integration ermöglichen und wie Unterbringungsorte zu Strukturen sozialer Teilhabe in Nachbarschaften weiterentwickelt werden können. Corinna Höckesfeld (Tür an Tür – Integrationsprojekte gGmbH) gab aus zivilgesellschaftlicher Perspektive praxisnahe Einblicke, wie durch gezielte Netzwerkarbeit, community-basierte Ansätze und die Sammlung von Good-Practice-Beispielen trotz eines angespannten Wohnungsmarktes die Zugänge zu Wohnraum für Geflüchtete nachhaltig verbessert werden können.
In der anschließenden Diskussion standen neben Fragen zur Begleitforschung auch Aspekte des Gesamtprojekts im Mittelpunkt. Dabei wurde unter anderem thematisiert, wie ostdeutsche Kommunen noch stärker in das Projekt eingebunden werden können, welche Rolle das Sounding Board als beratendes Gremium einnimmt und wie die Projektideen sowie die laufenden Erfahrungen wirkungsvoll nach außen kommuniziert werden können. Das Panel verdeutlichte insgesamt, dass trotz herausfordernder Rahmenbedingungen und beschränkter Ressourcen lokale Handlungsspielräume existieren, die durch die Zusammenarbeit von Kommunen, Zivilgesellschaft und Wissenschaft erfolgreich erschlossen werden können.
Foto: Danielle Kasparick